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Venus

Venus

 

Planet Nummer zwei im Sonnensystem.

Daten: 

durchschnittliche Entfernung von der Sonne

108,2 Mio. km

maximale Entfernung von der Sonne

108,9 Mio. km

minimale Entfernung von der Sonne

107,5 Mio. km

Bahnexzentrizität

0,0068

mittlere Umlaufgeschwindigkeit

35,0 km/s

Umlaufzeit

224,70 Tage

Rotationsperiode (Venustag)

243,01 Tage

Achsneigung, da retrograde Rotation (2,64°)

177,36°

Bahnneigung zur Ekliptik

3,395°

Durchmesser am Äquator

12.104 km

Masse

0,0553 Erdmassen

mittlere Dichte

5,243 g/cm³

Gravitation (Erde = 1)

0,91

Albedo

0,59

Durchschnittliche Oberflächentemperatur

Tag und  Nacht: 460°C

 

Beobachtungsmöglichkeit: 

Venus ist nach der Sonne und dem Mond das hellste Objekt am Himmel. Der 2. Planet umkreist die Sonne innerhalb der Erdbahn, weswegen es nie zu einer Opposition kommen kann. In Erdnähe ist Venus während seiner unteren Konjunktion. Dann bilden die Erde, Venus und die Sonne eine Linie.
Der „Stern der Liebe“ kann wegen seiner extremen Helligkeit auch am Taghimmel mit einem Fernglas leicht aufgespürt werden. ACHTUNG!!! Unbedingt darauf zu achten, dass sie nicht zu nahe an der Sonne steht! Ein kurzer Blick mit dem Feldstecher in die Sonne hat irreparable Augenschäden zur Folge!!!
Schon im kleinen Teleskop zeigt Venus seine Phasen, ähnlich wie der Erdenmond. Oberflächendetails kann man nicht erkennen, da der Planet von einer lückenlosen, undurchdringlichen Wolkenschicht umgeben ist.

Venustransits (Venusdurchgänge vor der Sonne):

                Eigene Aufnahme mit Webcam vom 8. Juni 2004

Venustransits finden immer abwechseln im Juni oder im Dezember statt, weil sich zu diesem Zeitpunkt die Erdbahn (Ekliptik) und die Venusbahn schneiden. Dieses Überschneiden der Bahnebenen nennt man Knotenpunkt.
Der Zyklus dieser Durchgänge beträgt 243 Jahre und folgt dem Schema:
 
105,5 – 8 – 121,5 – 8 Jahre

5. Juni 1518 - 2. Juni 1526

8 Jahre

Abstand 

105,5 Jahre

7. Dezember 1631  - 4. Dezember 1639

8 Jahre

Abstand

121,5 Jahre

6. Juni 1761 - 3. Juni 1769

8 Jahre

Abstand

105,5 Jahre

9. Dezember 1874 - 6. Dezember 1882

8 Jahre

Abstand

121,5 Jahre

8. Juni 2004 - 6. Juni 2012

8 Jahre

Abstand

105,5 Jahre

11. Dezember 2117 - 8. Dezember 2125

8 Jahre

Der letzte Transit war am 8. Juni 2004 und von Deutschland aus in seiner vollen Länge zu beobachten. Venus war zu diesem Zeitpunkt nur 42 Mio. km von der Erde und 109 Mio. km von der Sonne entfernt. Der nächste Transit wird am 6. Juni 2012 stattfinden und ist von Sonnenaufgang (3h 52m MEZ) bis zum Austritt um 5h 43m von unserem Standpunkt aus nur teilweise sichtbar.

 Rotation:

Venus rotiert als einziger Planet unseres Sonnensystems retrograd (entgegengesetzt zu den anderen Planeten). Man weiß nicht genau wie das zustande gekommen ist. Manche Wissenschaftler vermuten einen Zusammenstoß mit einem großen Himmelskörper während der Entstehungsphase unseres Sonnensystems. Es konnten jedoch bis heute keine Indizien dafür gefunden werden.
Bemerkenswert ist, dass der scheinbare Venus-Tag (von Sonnenhöchststand zu Sonnenhöchststand) exakt 1/5 der synodischen Umlaufzeit von Venus (Erde und Venus haben wieder die gleiche Position erreicht, z.B. untere Konjunktion) von 116,8 Erdtagen beträgt. Vielleicht hat das Gravitationsfeld der Erde hier einen Einfluss? Niemand weiß das…

 Atmosphäre: 

Der Schwesterplanet der Erde ist von einer undurchdringlichen Wolkenschicht umgeben. Im UV-Licht kann man Wolkenstrukturen der oberen Atmosphäre erkennen. Die Wolken bewegen sich mit ca. 350 km/h und umrunden den Planeten in ca. vier Tagen. In der dichten unteren Atmosphäre, dort herrsch ein Luftdruck wie bei uns im Meer in 900 m Tiefe von 90 Atmosphären, weht eher ein laues „Windchen“ mit nur 5 km/h. Die Obergrenze der Atmosphäre reicht bis in eine Höhe von über 100 km. Sie besteht im Wesentlichen aus CO2 (96,5%) und Stickstoff  N2  (3,5%). Wodurch ein starker Treibhauseffekt zustande kommt. Dieser bewirkt dann die hohe Oberflächentemperatur von 460°C sowohl auf der Tag- als auch auf der Nachtseite. Es kann nur sehr wenig Energie an den Weltraum abgegeben werden. Zum Vergleich: Der Treibhauseffekt auf der Erde mit der Treibhausgasen H2O und CO2, die nur zu 1% in unserer Atmosphäre vorhanden sind, verursacht eine Temperaturerhöhung von 36°C, auf Venus aber verursacht das CO2 eine Erwärmung von 400°C!


Mosaik von Radaraufnahmen der Venussonde Maggelan (NASA/JPL)

Die einzige fast vollständige Karte der Venus entstand im Rahmen der Mission der US-amerikanischen Sonde Maggelan. Im Rahmen dieser Mission entstand eine Radarkarte von der Oberfläche der Venus, die, gemeinsam mit der Raumsonde Pioneer Venus Orbiter (PVO), den russischen Verena- und Vega-Sonden sowie Erdgestützten Radaraufnahmen, das heutige Bild des Planeten zeichnete. Die Oberfläche ist eine hügelige Ebene mit leichten Wellungen mit Höhen und Tiefen um rund 500 m. Nur streckenweise wird diese Landschaft von höheren Gebirgszügen unterbrochen. Hauptsächlich sind hier die Hochländer Ishar Terra und Aphrodite Terra prägend. Die Maxwell Montes auf dem Ishtar Terra sind dabei mit rund 11.800 m die höchsten Berge des Planeten. Lakshmi Planum stellt eine von parallelen Furchen gekennzeichnete Hochebene vulkanischen Ursprungs dar. Daneben liegen die Akna Montes und noch weiter nördlich die Freyja Montes, die rund 5.000 m hoch sind.

Vulkanismus

Auf der Venus gibt es aktive Vulkane. In den Jahren 1950 und 1970 wurde das mit erdgebundenen Teleskopen entdeckt. Man wies damals anhand der chemischen Zusammensetzung (Spektroskopie) der Wolken nach, dass Schwefelverbindungen wie z.B. SO2 (Schwefeldioxid) , H2S (Wasserstoffsulfid) und H2SO4 (Schwefelsäure), vorhanden waren.
Die ersten Vulkane wurden während einer inneren Konjunktion mit dem größten Radioteleskop der Welt, dem 305 m durchmessenden Radioteleskop aus Arecive, Puerto Rico, anhand der Radarechos entdeckt. Die Raumsonden Pioneer Venus Orbiter, Verena 11 und Verena 12 und die Jupitersonde Galileo (die bei Venus noch einmal Schwung für den langen Flug holte) fanden Anzeichen von aktivem Vulkanismus auf Venus. Diese Raumsonden maßen von Blitzschlägen erzeugte Radiosignale, wie sie auch bei Vulkanausbrüchen auf der Erde beobachtet werden.

Oberflächenfarbfotos der Venera 13 Sonde

Am 1. März 1982 landete das Landefahrzeug der Venera 13 auf der Venusoberfläche auf der Position 7,5° S, 303° O, östlich der Phoebe Regio. Es war die erste Venera-Mission mit einer Farbfernseh-Kamera. Venera 13 überstand 2 Stunden und 7 Minuten den widrigen Umweltbedingungen, lange genug, um 14 Aufnahmen zu machen. Das Panoramafoto (unten) zeigt die felsige Oberfläche und Teile des Landefahrzeugs. Die Zusammensetzung der Oberfläche ist irdischem Basalt sehr ähnlich. Im Vordergrund liegt eine Schutzhülle für eine Kameralinse. Die Zacken des Landefahrzeugs haben eine Länge von 5 cm. Das linke Bild zeigt, dass bedingt durch die Dichte Atmosphäre, das blaue Licht fast völlig ausgefiltert wird. Das rechte, farbbereinigte Bild, zeigt die Farbe, die das Gestein bei Weißlicht hätte.

                                                    

 

Fotos: Russische Akademie der Wissenschaften

Raumsonden

Die Raumsonde Magellan kartografierte mit ihrem Radar im Jahr 1990 fast die gesamte Oberfläche des Planeten (98%) mit einer Auflösung von 100m. Dieser sehr erfolgreichen Raumsonde haben wir es zu verdanken, dass die 1.600 Vulkane entdeckt wurden. Auf Venus gibt es keine Kontinentalverschiebung wie bei uns auf der Erde. Deshalb entstanden all diese Vulkane aus sogenannten "Hot Spots", wie unser irdischer Vulkan auf Hawaii und der Ätna auf Sizilien.

Die am 15. Oktober 1997 gestartete Cassini-Huygens-Mission zum Saturn holte sich am 24. April 1998, beim 1. Vorbeiflug an der Venus mit 11,7 km/s in nur 300 km Höhe und am 24. Juni 1999 beim 2. Vorbeiflug an der Venus mit bereits 13,6 km/s in 600 km Höhe den nötigen Schwung zum Zielplaneten Saturn. Dabei konnten bereits die Bordinstrumente getestet werden und zahlreiche wissenschaftliche Daten liefern. So lieferten das Radar die bisher genaueste Kartierung einiger Venus-Regionen. Magnetometer-Tests zeigten, dass es entgegen der Daten der sowjetischen Venera-Sonden keine Blitze aus den 40 km hohen Venus-Wolken gibt.

Die Merkursonde Messenger startete am 3. August 2004 und soll am 18. März 2011 in einen Orbit um Merkur einschwenken. Um Geschwindigkeit abzubauen bedient man sich des sogenannten "Swing-By-Manövers". Das einzige Swing-by an der Erde fand am 2. August 2005 und die zwei an der Venus fanden am 24. Oktober 2006 und am 5. Juni 2007 statt. Dabei wurden wissenschaftliche Messungen vorgenommen.

Die Europäische Raumsonde Venus Express startete am 9. November 2005 mit einer Sojus-FG/Fregat-Rakete vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur mit Ziel Venus, die sie nach nur 153 Tagen, am 11. April 2005 erreichte. Die Raumsonde ist, nach etwa 20 erfolgreichen russischen und US-amerikanischen Missionen seit den 60er Jahren, die erste europäische Mission zur Venus. Das wichtigste Ziel ist die Erforschung der Venusatmosphäre. Die Wissenschaftler erhoffen sich aus diesen Untersuchungen Erkenntnisse zur zukünftigen Entwicklung unserer Erde. Weitere Fragen wie: Das Funktionieren des Wolkensystems, die Rolle des Treibhauseffekts in Bezug auf die Klimabildung, Vorhandensein von Wasser, vulkanische Aktivitäten und die Zusammensetzung der Atmosphäre, sollen geklärt werden.

 

Das Innere der Venus

Das Innere der Venus entspricht von den Abmessungen her ungefähr der Erde. Die internen Eigenschaften wurden aus Messungen der Schwerefelder und des Magnetfeldes von den Raumsonden Maggellan und früheren Sonden gewonnen.

 

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